Faire Kontrolle

Ein fairer europäischer Arbeitsmarkt braucht faire Kontrolle, fordert Dr. Norbert Cyrus
von der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder) 

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arm gegen arm

Was passiert, wenn arme Menschen gegeneinander ausgespielt werden, ist gerade an der Essener Tafel zu beobachten. Deutsche Sozialverbände und der DGB fordern stattdessen höhere Sozialleistungen für alle.

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Betriebsratswahlen - Gefahr von rechts?

Rechte Kandidat*innen bei der Betriebsratswahl - ist die Aufregung angebracht?

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Eins vor, zwei zurück

Wie findet sich Migrationspolitik im Koalitionsvertrag wieder? 

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Globale Sklaverei beenden

25 Millionen Menschen sind weltweit Opfer von Menschenhandel. Neha Misra, Solidarity Center, Washington DC fordert, jetzt zu handeln.

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Obdachlose sollen ausreisen

Zunehmend verweigern Notunterkünfte für Obdachlose EU-Bürger_innen  Hilfe. Hamburg setzt nun noch eins drauf gesetzt - hilfesuchende obdachlose EU-Bürger_innen sollen ausgewiesen werden.

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Kommentar des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes  

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Integration ist eine soziale Frage: Migrationskonferenz der IG Metall

14.03.2011

Vom 20. bis 22. Februar 2011 fand im nordrhein-westfälischen Sprockhövel die 8. ordentliche Bundesmigrationskonferenz der IG Metall statt. Dabei zogen Aktive aus den Betrieben ein Bilanz der Arbeit und diskutierten, wie es in Zukunft mit der Migrationspolitik der IG Metall weitergehen soll.

Einen Einstieg ins Thema Migration und Integration bot der Vorsitzende des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration und Nestor der Migrationsforschung, Klaus J. Bade. Bades Argumentation bot zusammen mit einem Referat Wolfgang Rohdes, Mitglied des geschäftsführenden Bundesvorstands der IG Metall, Grundlage für die Diskussion in sechs Foren, in denen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit verschiedenen migrationspolitischen Fragestellungen auseinandersetzten. Themen waren unter anderem „Teilhabe im Betrieb“, „Interkulturelle Öffnung“ und „Für eine solidarische Gesellschaft – gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus“.

Wolfgang Rohde hatte in seinem Referat den immer wieder einmal erhobenen Vorwurf fehlenden Integrationswillens von Zuwanderern aufgegriffen. Aus seiner Sicht ist das „ein verbaler Baseballschläger". Dieses Argument werde rausgeholt, um „draufzuhauen und das war's dann". Rhode: „Es wird gehetzt und eine gefährliche Stimmung geschaffen“. Damit solle bewusst gespalten werden. Überzeugte Gewerkschafter sagten jedoch Nein zu billigen Vorurteilen und kämpften für gleiche Rechte für alle. Schließlich seien es die sozialen Unterschiede, die die Integration hemmen und nicht die Herkunft. Rhode: „Leiharbeit, unsichere Jobs, moderne Tagelöhnerei, all das sind die Geißeln unserer Zeit. Integration ist vor allem eine soziale Frage."

Der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel, der ebenfalls an der Bundesmigrationskonferenz teilnahm, forderte Änderungen im Bildungssystem, um Menschen mit Migrationshintergrund besser in die Arbeitswelt integrieren zu können. Das deutsche Bildungssystem benachteilige Menschen mit Migrationshintergrund – so Wetzel. Auch nach der Schule werden junge Migrantinnen und Migranten diskriminiert. So zeige eine Studie, dass 62 Prozent aller Hauptschulabsolventen einen Ausbildungsplatz bekommen haben. Bei den jungen Migranten waren es dagegen nur 42 Prozent.

Diese Ungerechtigkeit setzt sich auch bei den höheren Bildungsabschlüssen fort. Selbst bei der beruflichen Weiterbildung hinkt die Zahl der Migranten hinterher. Eine Folge dieser sozialen Auslese ist, dass vor allem die junge Generation der Migranten von Leiharbeit und prekärer Beschäftigung betroffen ist.

Bildung ist dann auch ein Punkt, um den sich die IG Metall in Zukunft verstärkt kümmern will.

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Aktiv + Gleichberechtigt März 2011" entnommen.